Alzheimer bei Frauen: wie Fettsäuren, Hormone und Genetik zusammen das Risiko beeinflussen

Unterschiede in Lipidprofilen bei FrauenUnterschiede in Lipidprofilen bei Frauen

Eine in Alzheimer’s & Dementia veröffentlichte Studie zeigt, dass bei Frauen, die an Alzheimer erkrankt sind, deutliche Unterschiede in den Plasmalipiden vorhanden sind. Bei ihnen liegt ein Mangel an Lipiden mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren (wie DHA und EPA) vor, während gesättigte und einfach ungesättigte Lipide ihrerseits vermehrt zu finden sind. Das weist auf eine mögliche Rolle der Fettsäurezusammensetzung im Gehirn bei der Entstehung von Alzheimer – speziell bei Frauen – hin.

Die Rolle genetischer Faktoren

Auch genetische Faktoren spielen hinein: Varianten des FADS2-Gens beeinflussen die Umwandlung von Fettsäuren und werden mit kognitivem Verfall assoziiert. Weitere Studien zeigen, dass ein höherer DHA-Spiegel in roten Blutkörperchen mit einem geringeren Alzheimer-Risiko und zusätzlichen Lebensjahren ohne Demenz verbunden ist.

Geschlechtsunterschiede und AnfälligkeitGeschlechtsunterschiede und Anfälligkeit

Da zwei Drittel der Alzheimer-Patienten weiblich sind, ist es wichtig zu verstehen, welche Geschlechtsunterschiede es gibt. Hormonveränderungen in den Wechseljahren und mitochondriale Unterschiede erhöhen die Anfälligkeit bei Frauen. Die Abnahme von Östrogen nach der Menopause verringert ihren Schutz vor mitochondrialer Dysfunktion.

Fazit

Diese Erkenntnisse unterstreichen, dass die Ernährung (vor allem mehrfach ungesättigte Fettsäuren), Hormone und die Genetik zusammen eine wichtige Rolle in Bezug auf das Alzheimer-Risiko bei Frauen spielen.

Quellenangabe:Wretlind A, Xu J, Chen W, et al. Lipid profiling reveals unsaturated lipid reduction in women with Alzheimer's disease. Alzheimers Dement. 2025. DOI: 10.1002/alz.70512.