Angst oder Stress? Diese natürlichen Nährstoffe wirken beruhigend

Sie leiden derzeit unter belastenden Angstgefühlen und Sorgen? Damit sind Sie nicht allein. Den meisten von uns machen die eingeschränkten Sozialkontakte zu schaffen. Wann alles wieder normal sein wird, ist ungewiss, und das macht uns Angst. Zum Glück kann uns die Natur mit beruhigenden Nährstoffen wie Safran, Tryptophan, Inosit und Magnesium unterstützen.

Managing corona virus anxiety
Quelle Abbildung: www.blessingmanifesting.com

 

 

 

 

 

 

 

 

    Nervensystem im Gleichgewicht

    Wenn man verstehen will, wie Stress unseren Körper beeinflusst, muss man zuerst zwischen sympathischem und parasympathischem Nervensystem unterscheiden.

    • Das sympathische Nervensystem hält uns wach und aktiv.
    • Das parasympathische Nervensystem lässt uns zur Ruhe kommen.

    Wenn alles in Ordnung ist, sind Sympathikus und Parasympathikus im Gleichgewicht. Während der Sympathikus eher tagsüber den Takt angibt, übernimmt der Parasympathikus in Ruhezeiten und gegen Abend das Zepter. Jede Form von chronischem Stress wirkt sich störend aus, weil der Sympathikus dann wieder überaktiv wird. Herzschlag und Atmung gehen schneller, doch die Verdauung bekommt nicht genügend Energie ab. Im Gehirn sind weniger Entspannungshormone wie Serotonin verfügbar, beunruhigende, negative Gefühle werden dadurch verstärkt. 

    Auch das, was wir jeden Tag essen, kann chronischen Stress bedeuten. Überwiegend industriell verarbeitete Lebensmittel mit viel Zucker, künstlichen Zusatzstoffen, Koffein,  gesättigten Fettsäuren und Transfettsäuren aktivieren das sympathische Nervensystem. Umgekehrt fördert eine Ernährung mit viel Bio-Gemüse, genügend Eiweiß und gesunden Fetten das parasympathische Nervensystem, so dass das sympathische Nervensystem zur Ruhe kommen kann. Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft und genügend Schlaf sind dabei die Grundvoraussetzungen für ein gut funktionierendes Nervensystem. Auch regelmäßiges Meditieren kann wesentlich dazu beitragen: Es normalisiert den Blutdruck und senkt den Kortisol- und Adrenalinspiegel.

    Die Bedeutung von Serotonin

    Serotonin kennen Sie vermutlich als Glückshormon, doch es erfüllt noch viele andere Funktionen. Serotonin ist für viele Nervenfunktionen unverzichtbar, zum Beispiel den Schlaf-Wach-Zyklus, die Regulierung der Körpertemperatur und das Hunger- und Sättigungsgefühl. Ferner fördert Serotonin die Zellkommunikation im Gehirn. Diverse Studien zeigen, dass bei Menschen mit Depression, Angst oder Demenz der Serotoninspiegel im Gehirn niedriger ist. 

    Nährstoffe, die den Serotoninhaushalt unterstützen

    Safran (Crocus sativus L.) wird in Ländern wie dem Iran, Indien und China bereits seit Jahrhunderten wegen seiner beruhigenden und stressabbauenden Eigenschaften genutzt. Aktuelle Forschungsergebnisse bestätigen, dass Safran (der Nährstoff Krokin) bei der Behandlung von Stimmungsstörungen hilft.[1] Innerhalb von sechs Wochen waren sowohl bei Depression als auch bei Angstzuständen Besserungen nachweisbar. Angstzustände konnten sogar um über 50 % reduziert werden. Die niedrigste Dosierung, die in den Studien untersucht wurde, liegt bei zweimal täglich 15 mg. Safran ist genauso wirksam wie herkömmliche Antidepressiva (z. B. Prozac), und dies ohne nennenswerte Nebenwirkungen. Genau wie Antidepressiva moduliert es die Wiederaufnahme von Serotonin, Dopamin und Noradrenalin.

    Die essentielle Aminosäure Tryptophan beruhigt und wird umgewandelt in Serotonin (Glückshormon) und Melatonin (Schlafhormon).

    Die Konzentration an Inosit im Gehirn hängt mit dem Gemütszustand zusammen. So haben Menschen mit depressiver Störung eine signifikant niedrigere Inosit-Konzentration. Es ist erwiesen, dass eine Inosit-Supplementation bei Depression sowie bei Stimmungs- und Angststörungen hilft.[2]

    Magnesium ist an zahlreichen Prozessen beteiligt. Ein Magnesiummangel senkt den Serotoninspiegel im Gehirn. Die Magnesium-Supplementation verringert das Ausmaß des Angst- und Stressgefühls.[3] Wählen Sie eine gut aufnehmbare, organische Magnesiumverbindung wie Magnesiumglycerophosphat. Diese Form von Magnesium ist vor allem für das Gehirn von Vorteil und wirkt weniger laxierend als andere Formen.

    Fazit

    Wir alle sollten in diesen stressigen Zeiten möglichst entspannt bleiben. Dabei helfen uns unter anderem regelmäßige Bewegung und eine gesunde Ernährung. Auf Kaffee und Zucker verzichten Sie lieber. Wenn Sie Lust auf etwas Leckeres haben, genießen Sie diese beruhigenden Abendsnacks oder gesunde Pfeffernüsse. Eine Kombination der oben genannten (pflanzlichen) Nährstoffe kann Sie dabei physisch wie emotional unterstützen. 

    Literaturhinweise

    1. Ghajar A, Neishabouri SM, Velayati N, et al. Crocus sativus L. versus citalopram in the treatment of major depressive disorder with anxious distress: a double-blind, controlled clinical trial. Pharmacopsychiatry. 2016.
    2. Vadnal R, Parthasarathy L, R Parthasarathy R. Promising Psychotherapeutic Effects of the Natural Sugar: Myo-Inositol. Nutr Neurosci 1998.
    3. George A, Eby KL, Murk H. Magnesium in the Central Nervous System. 2011 (boek).