Interview: Bewusstwerdung von Ursache, Folge und Balance mit Causopractor Thorbjörn De Brul

Causopractor und Osteopath Thorbjörn De Brul macht sich in seiner Praxis ‚Topsportadvies’ (Spitzensportberatung) mit seinen Klient*innen auf die Suche nach der tiefer liegenden Ursache ihrer Beschwerden. Er erzählt, warum Bewusstwerdung der eigentliche Spitzensport ist, und welchen Stellenwert Balance und Einfachheit haben.

Thorbjörn De BrulÜber Thorbjörn De Brul 

- Anerkannter Podologe

- Diplomierter Causopractor

- Anerkannter Osteopath | Topsportadvies.be

Interview:

Thorbjörn, was ist ein Causopractor, und wie bist du vom Podologen zum Causopractor geworden? 

Ich habe in der Tat einen ungewöhnlichen Weg vom Podologen zum Osteopathen und weiter zum Causopractor zurückgelegt. Die meisten machen zuerst Physiotherapie und dann Osteopathie, oder erst Osteopathie und danach Causopraxis. Nur wenige machen erst Podologie und danach noch Osteopathie und Causopraxis. Es ist gut, bei den Füßen anzufangen. Schon als sportbegeistertes Kind war ich von der Balance des Menschen fasziniert: wie er steht, wie er funktioniert. Als Kind habe ich auch Einlegesohlen getragen.

CausopractieAlso hast du als Kind viel Sport getrieben und hattest Probleme mit deinen Füßen? 

Ich hatte Probleme mit meiner Achillessehne, als ich etwa zehn Jahre alt war, mit starker Schwellung in Höhe der Ferse. Damals sind wird zu Runners’ lab in Beveren gefahren, dem ersten Geschäft, das damals Füße und Schuhe analysierte. Ich bin mit meinen Eltern für eine Analyse dahingefahren, und damals wurde mein Interesse geweckt. Ich habe mich sehr für die Mechanik und Dynamik des menschlichen Körpers interessiert, wenn auch in meinem Unterbewusstsein. Also habe ich zuerst Podologie studiert. Füße sind Erdung, und ich bin auch eher emotional und energetisch eingestellt. Und Erdung ist wichtig: Es ist die Basis von allem, das auf den Füßen steht. Wir funktionieren auf unseren Füßen.  

Trotzdem hatte ich irgendwie das Gefühl, dass ich mehr wollte. Ich war sehr lernbegierig. In einem Zeitraum von zehn Jahren habe ich viel Wissen erworben. Danach habe ich noch klinische Psycho-Neuro-Immunologie in den Niederlanden studiert und mir Physiotherapie – mit Muskeltests – angeeignet. Zwischendurch habe ich auch die Osteopathie absolviert und drei Jahre lang Causopraxis gelernt. 

Kam dieser Hunger nach Wissen aus dir selbst heraus oder um Klient*innen besser zu helfen?

Der kam aus meiner eigenen Intuition heraus. Das ist schon etwas Magisches. Das steckt in einem drin. Es ist ein Gefühl, das ich nicht immer beschreiben kann, das ‚Verlangen’ nach mehr. Wie ein Rennradfahrer etwa, der gern die Flandernrundfahrt gewinnen will. Ich fahre auch viel Rad, daher die Metapher. 

Vor allem möchte ich Menschen helfen. Deshalb bin ich auf dieser Welt: um Menschen zu helfen und ihnen Wissen zu vermitteln. Ich möchte ihnen Erkenntnisse und die Schlüssel zur Genesung verschaffen. Ich möchte das Positive in Menschen hervorheben, denn es gibt schon genug Negatives in der Welt. Ich denke, dass es vor allem wichtig ist, das Positive im Menschen wieder zum Vorschein zu bringen, und auch die Genesung zu fördern. Und dann suche ich nach mehr Wegen, mehr Ansatzpunkten, um dem Menschen im Tiefsten seiner Seele zu helfen. 

Was ist Causopraxis eigentlich?

Causopraxis ist ein neues Phänomen, ein Zusammenhang zwischen Ursache und Folge. Wenn wir zur ‚Causagnose’ kommen – eine Diagnose erstellt der Arzt in der Medizin –,erhalten wir Erkenntnisse über die Ursache der zugrunde liegenden Beschwerden. Wir arbeiten auf vier Ebenen. Das sind vier Säulen bzw. Energiesysteme, die zusammenwirken. 

  1. Die erste Säule ist der biomechanische Aspekt, der auch in der Ausbildung zum Podologen oder Osteopathen vorkommen. Die Biomechanik des Körpers, wie sich der Körper bewegt und wie er funktioniert, wie Muskeln mit Sehnen zusammenarbeiten. Die Struktur unseres Körpers.  
  2. Die zweite Säule ist die Biochemie (Stoffwechsel): wie man verdaut, wie man Nahrung aufnimmt, wie das Immunsystem arbeitet. 
  3. Dann gibt es den psychoemotionalen Aspekt, das mentale Wohlbefinden – ein wichtiger Faktor, vielleicht sogar der wichtigste überhaupt. Wie man denkt, wie es um Positivität und Wohlbefinden bestellt ist, bestimmt in erheblichem Maße, wie man durchs Leben geht, oder ob der Körper die richtigen oder die falschen Signale aussendet. 
  4. Die vierte Säule ist das Energiesystem, sowohl das physiologische System des Denkens, Lernens und Fühlens als auch das elektromagnetische System. 

Diese vier Säulen sind in der causopraktischen Arbeit von Bedeutung. Causopraxis ist, wie das Wort schon sagt: Ursache-Folge. Wenn ich einen Patienten bei mir habe, ist es mir wichtig, mir die Vorgeschichte des Zeitpunkts anzusehen, an dem dieser Patient bei mir ist, bis zurück zu der Zeit seiner Geburt oder sogar noch davor. Es ist wichtig, in diesem Lebenslauf zu eruieren, was sich aufgebaut hat. Nicht jeder Einfluss ist gleich groß, kann aber in einer späteren Phase mitspielen, sodass er auf die Dauer einen Schneeballeffekt erzeugt, und Beschwerden entstehen. Es ist wichtig, diesen Teufelskreis, der sich aufgebaut hat, zu entwirren. 

Causopractie gezondheidDie Leute kommen also mit Beschwerden zu dir, und du blickst viel tiefer als nur bis zu diesen konkreten Beschwerden? 

Wenn der Körper etwas in Form von Beschwerden äußert, ist es wichtig herauszufinden, was er uns damit sagen will. An welcher der vier Säulen liegt es hier? Ist es etwas Strukturelles? Hat es mit dem Immunsystem zu tun, das in dem Augenblick in Aktion tritt? Ist es ein Energiesystem? Kommt es aus dem mentalen System? Dann folgt eine Suche, um herauszufinden, wie wir diese Beschwerden enträtseln können und wieder eine bestimmte Homöostase, ein Gleichgewicht bzw. eine Balance in den Körper bringen können.

Mit welchen Beschwerden kommen die Leute in erster Linie zu dir? 

Alles Mögliche: Das können Verdauungsprobleme sein, strukturelle Probleme, etwa Schulterbeschwerden, die vielleicht mit einem bestimmten Organ zusammenhängen, ausstrahlende Schmerzen, Sportblessuren, Kreuzbandverletzungen, Muskelzerrungen. 

Also die unterschiedlichsten physischen Beschwerden …

Physische Beschwerden, aber auch bestimmte emotionale Beschwerden, die einen biochemischen Link haben. Zum Beispiel wenn sich im Körper bestimmte belastende Stoffe angesammelt haben. Und da spreche ich nur vom biochemischen Aspekt, im Grunde der Physiologie. Dann weiß man noch gar nicht, welche Traumata sich eventuell früher abgespielt haben. Es ist wichtig, aus der Perspektive des Therapeuten heraus zuzuhören, denn in dem, was die Menschen erzählen, steckt bereits die Antwort.

Die Menschen wissen also eigentlich selbst schon, was los ist, aber nicht bewusst?

Das stimmt, denn: Was möchten sie in diesem Moment nur bewusst erzählen? Das Unterbewusste weiß es schon, aber in dem Moment möchten sie nur einen bestimmten Teil ansprechen. Ich habe viele Patient*innen, die diverse psychologische Behandlungen erhalten haben, aber trotzdem in einem Teufelskreis stecken bleiben. Ich finde es wichtig, gezielte Fragen zu stellen. Das kann manchmal sehr konfrontierend sein, weil sie in dem Moment nicht alles erzählen möchten. Aber eigentlich weiß das Unbewusste alles. Ich grabe tiefer, denn ich möchte manchmal in dieser heißen Suppe rühren. 

Das ist dann vermutlich etwas unangenehm? 

Man muss da ein bisschen vorsichtig herangehen und das vorsichtig ansprechen. Aber da liegt der Schlüssel zu allem. Und wenn man diese Ansatzpunkte findet, entsteht wieder ein anderes Energiefeld rund um diesen Patienten. Dann man kann in dem Patienten wieder tiefer graben, um sich mit der Geschichte, die hinter dieser Ursache liegt, bis zur Folge von heute zu befassen. 

Onderzoek causopractieWie hilfst du diesen Leuten denn, die zu dir kommen? Wie machst du dich mit diesen Leuten an die Arbeit?

Deep Learning ist wichtig. Ihnen die Tools wieder in die Hand geben. Ich sage immer: Ich löse nichts auf. Ich höre zu, ich bin mit in der Geschichte des Patienten anwesend, aber er darf die Schritte zum Erfolg in seinem eigenen Tempo und in seinem Raum zurücklegen. Ich stehe hinter ihm, und er kann sich jederzeit an mich wenden, um etwas auszuprobieren, um etwas strukturell zu lösen, damit das Energiefeld rund um einen Patienten besser funktionieren kann … Ich kann bestimmte Heilmittel mit pflanzlichen Extrakten einsetzen. Und zwar in Form eines Nahrungsergänzungsmittels.

Hast du praktische Beispiele von Leuten, denen du geholfen hast, konkrete Fälle?

Im Körper gibt es zum Beispiel den Citratzyklus. Das ist wichtig. Citrat findet man auch in Lebensmitteln und Erfrischungsgetränken. Es ist ein Konservierungsmittel. Durch das Energiesystem hat man dieses Citrat bereits im Körper. Aber wenn man mehr davon einnimmt und in Kombination mit bestimmten externen Faktoren, die noch zusätzlich Einfluss haben, kann es etwa zu Atembeschwerden, Sinusitis, Reizung der Schleimhäute etc. führen. Das alles sind mögliche Indikationen, die man über Causofaktoren ermittelt. Das sind die Frequenzen, die man auf den Körper des Patienten legt, um herauszufinden, wo etwas im Argen ist: bei den Schleimhäuten, beim Blut? Wo hat es sich im Körper eingenistet? Und dann können wir über diese Causofaktoren lokalisieren, wo es im ‚Target Tissue’, im Organ oder im Nervensystem steckt. Dass sich tatsächlich etwa Citrat irgendwo in Überlastung und etwa auch in Hauterkrankungen, Atemproblemen usw. manifestiert. 

Und wie legst du diese Stoffe denn auf den Körper?

Für mich ist alles Energie. Alles bewegt sich in einer bestimmten Frequenz. Es gibt bestimmte Ampullen, die wir verwenden, und die wir auf den Körper legen. Anhand eines Tests mit Muskelkraft können wir innerhalb des Energiefelds dann einen bestimmten Widerstand erzeugen oder eben nicht. So können wir spüren und ermitteln, welche Stoffe sich in dem Moment im Körper des Patienten befinden, und daraus sehr gut ableiten, um die Stoffe zu untersuchen und zu eliminieren.

Deine Firma heißt Topsportadvies (Spitzensportberatung). Wie bist du eigentlich auf eine Verschmelzung von Causopraxis, Osteopathie und Spitzensport gekommen? Wo hat diese Leidenschaft begonnen?

Ich stamme aus einer Familie von Leistungssportlern. Mein Vater hat auf relativ hohem Niveau bei Eendracht Aalst Fußball gespielt. Meine Mutter hat Volleyball gespielt. Mein Bruder hat es bis zu den Roten Teufeln gebracht und etliche Jahre bei Brügge und anderen Clubs gespielt. Also: Die Leidenschaft für den Fußball war schon in den Familie vorhanden. Ich selber habe auch Fußball gespielt. Ich habe auch Leichtathletik gemacht, wie meine beiden Schwestern. Ich habe Tennis gespielt und bin gesegelt. Als Kind hatte ich genügend Möglichkeiten, Sportarten auszuprobieren, und dafür bin ich dankbar. 

Fußball war letztendlich die Leidenschaft, die länger anhielt, bis ich mich entscheiden musste: Das reicht jetzt. Ich habe viel dafür geopfert und viel dafür getan, um vielleicht im besten Fall meinem Bruder nachzueifern … 

Man hat natürlich nicht immer alles selbst in der Hand.

Synergie

Nein, aber rückblickend waren es schon mein Durchsetzungsvermögen und meine Willenskraft, die mich dahin gebracht haben, wo ich heute bin. Das nehme ich also eigentlich aus dem Sport mit: wenn möglich, nie aufgeben und weitermachen. So treibe ich heute auch noch viel Sport. Ich fahre Rad, bin ein passionierter Radtourist. 

Ich liebe Herausforderungen. Das kommt auch ein Stück weit aus der Leidenschaft, aus Osteopathie, Podologie und Causopraxis: Wie kann ich das miteinander verschmelzen? Wie kann ich das Maximum aus dem Körper enträtseln und das übertragen, auch in den Sport? Ich sehe mich zum Teil auch als Versuchsperson, um Jüngeren und Leistungssportlern das weiterzugeben, die dann alles vielleicht etwas leichter vorgesetzt bekommen. Leichter ist natürlich gut gesagt, aber ihr Rad wird saubergemacht, die Schuhe werden bereitgestellt, das Material kostet eine Menge Geld. Ich weiß nicht, ob sie sich dessen bewusst sind, und gerade diese Bewusstwerdung ist sehr wichtig. Ich bin mir bewusst, dass das Material Geld kostet. Ich bin mir bewusst, dass es nötig ist, Nahrungsergänzungsmittel zu sich zu nehmen oder sich gut zu ernähren, um den Körper wieder aufzubauen, damit er am nächsten Tag wieder Leistung bringen kann. 

Das ist eine spannende Herausforderung, um auf diesem hochprofessionellen Material, diesem Rad, auch noch den Radtouristen oder Radrennfahrer selbst ‚synchron laufen zu lassen’. 

Ich finde, das ist etwas Schönes, das auch für Privatpersonen oder normale Menschen wichtig ist. Diese Bewusstwerdung: Wie gehe ich an das Leben heran? Wie stehe ich morgens auf? Welche Ziele habe ich? Diese Bewusstwerdung: Warum sind wir hier? Was können wir noch zusätzlich aus unserem Leben und aus uns selbst herausholen? 

Einfachheit ist schon schwierig genug. Auch im Sport: Was kann ich sonst noch für mich erreichen? Was kann ich dem Sportler oder dem Privatmenschen mitgeben? Für mich ist jemand, der tagtäglich einen Betrieb führt und abends mehrere Stunden Sport treibt, vielleicht sogar mehr als ein Leistungssportler. Der muss alles kombinieren: Struktur, Familie, Selbstfürsorge, Ernährung, Arbeit …

Das kann schnell zu viel werden, denke ich.

Stimmt genau. Aber das ist auch das Feintuning und das Tolle daran, eine Balance im Leben zu finden, und da das Maximum herauszuholen. Ohne sich selbst zu verleugnen oder sich darin zu verlieren oder die eigenen Grenzen zu überschreiten. 

Also eigentlich das eigene Maximum erreichen zu können, ohne dass es zu viel ist.

Ja, das ist eine Kunst, da ein Gleichgewicht zu finden. Das ist nicht selbstverständlich, aber dessen darf man sich ruhig bewusst sein. Sonst überfährt man eine rote Ampel. Andererseits braucht man diese rote Ampel vielleicht auch, um eine bestimmte Bewusstwerdung zu erreichen.  

Rote Ampeln sind dann Signale des Körpers, dass es nicht gut läuft? 

Ich kann Beispiele dafür nennen. Nichts ist Zufall. Zum Beispiel jemand, der als Radtourist einen Unfall hat. Warum passiert einem dieser Unfall? Man hat sich etwa den Arm gebrochen, aber was will einem diese physische Verletzung sagen? Hat man vielleicht seine Grenzen überschritten? Möchte die Seele ein bisschen bremsen, damit man sich wieder erdet und sich bewusst wird, was es im Leben sonst noch gibt? Dass man nicht immer nur Gas geben soll. Genau das macht auch die Causopraxis: die Seele des Menschen mit der Harmonie im Körper verbinden. Wir beschäftigen uns nicht isoliert mit der Seele und dem Körper. Es ist eine Art ‚Holomovement’, ein holistisches, globales Ganzen aus der Seele und dem physischen Körper.

Und das klappt selbstredend erst dann optimal, wenn sie aufeinander abgestimmt sind und sich in Balance befinden. 

Ganz genau, und das ist gerade das Schwierige. Also: Was ist Spitzensport? Es gibt den eigentlichen Spitzensport, aber für mich ist Spitzensport eher eine Bewusstwerdung im Leben. Aufstehen und denken: Was machen wir heute? Was nehmen wir uns für heute vor? Die Ernährung, genügend Schlaf und Bewegung. Familienleben und Arbeit kombinieren.

Tempo gezondheidAll dieses Kombinieren, das die meisten von uns täglich machen, ist das auch Spitzensport?

Das ist Spitzensport, aber dessen muss man sich bewusst sein. Das ist gerade die Stärke der Bewusstwerdung im größeren Ganzen: zu wissen, was man da gerade tut. Viele Leute schauen immer, was andere machen. Aber es ist ja schon schwer genug, zuerst auf sich selbst zu schauen, ganz abgesehen davon, dass wir auch noch andere kommentieren.

Vielleicht versuchen sie, andere zu kommentieren, weil es zu konfrontierend ist, erst auf sich selbst zu schauen? 

Das kann sein, aber dann muss man sich dessen auch bewusst werden und daran arbeiten. Ich sehe viele Patient*innen, die etwas tun wollen, sich das aber nicht trauen, weil die Konfrontation so tief in ihnen drinsteckt. Aber jeder braucht Zeit und Raum, und man darf sich diese Zeit auch nehmen. 

Das finde ich schön gesagt. Jeder in seinem eigenen Tempo.

Jeder in seinem eigenen Tempo und seiner eigenen Bewusstwerdung im Leben. Und der eine lässt es damit gut sein, der andere eventuell nicht. Aber jeder ist mit einem Ziel in dieses Leben gekommen, und genau dem nähert sich die Causopraxis auch an. Wo sitzt das Emotionale? Alles ist Energie. Wie wir heute hier sitzen, wie ich nachher nach Hause fahre. Ich habe heute hier auch wieder viel gelernt. Ich lerne immer von anderen. Von dir, von den Leuten an den Bildschirmen. 

So lernen wir voneinander.

Ich kann nur mitgeben, was ich in all den Jahren selbst empfunden habe.

In welchen Bereichen genau liegen deine Interessen und Fachkenntnisse? 

Vor allem das Immunsystem ist mir sehr wichtig. Das wird häufig verleugnet. Man muss nicht bei jedem Kratzen im Hals oder jedem Husten einen Hintergedanken haben. Allerdings … 

Du meinst schon? 

Es gibt schon einen Grund, warum das auftritt. Liegt das zum Beispiel am Hals? Was kann man etwa nicht aussprechen, sodass man Halsschmerzen hat? 

Es ist sozusagen etwas im Hals blockiert, weshalb er schmerzt?

Das kann sein, ja. Vielleicht hatte man vorher eine bestimmte Konfrontation, sodass am Hals eine Schwellung aufgetreten ist, weil etwas nicht ausgesprochen werden kann. Dann kann man sagen: Okay, wir geben symptomatische Medikation, aber der dahinterliegende Gedanke ist noch nicht gelöst. Und das ist die Stärke des Suchens in der Tiefe.  

Kommt etwa jemand mit Knieschmerzen zu mir, finde ich es interessant zu erfahren, welche Vorgeschichte dieser Mensch hat. Ist er flexibel oder nicht? Durfte er nie flexibel sein, sodass er unflexibel geworden ist, und vielleicht ein bestimmter Druck entstanden ist? Dann kann man sagen: Okay, das ist Pech. Das ist eine Verletzung oder ein Virus. Das ist der biochemische Prozess oder das Immunsystem. Aber was steckt da sonst noch dahinter? Das kann damit zu tun haben, wo man aufgewachsen ist, welche Energielinien man geerbt hat, welche energetische Belastung in einem konditioniert ist. Diese Dinge können sich zu einem späteren Zeitpunkt äußern. 

Also ist für dich wirklich alles Ursache und Folge? Alles hängt mit allem zusammen und es gibt keine Zufälle? 

Nein, für mich persönlich nicht. Man kann sich da ganz manisch hineinknien. Genau das finde ich interessant. Man strahlt eine bestimmte Energie aus und drückt eine bestimmte Energie sprachlich aus und so zieht man auch bestimmte Klient*innen an. 

Alles, was ich tue und sage, hat eine bestimmte Energie, eine bestimmte Schwingung, und die kann dann durch das größere Ganze, durch das Universum aufgenommen werden. Ich glaube durchaus, dass einem dann die richtigen Menschen begegnen, sodass man Hand in Hand in eine Geschichte einsteigen und zusehen kann, wie sich dieser Mensch verändert. 

Ich gebe mal ein paar Beispiele, auch emotionale. Bestimmte Menschen haben etwa eine sehr tiefe Trennungsangst. Die kann etwa durch einen bestimmten Schimmelpilz im Körper entstehen. Und wenn man diesen Schimmelpilz causopraktisch behandelt und entfernt, zur Not mit bestimmten Nahrungsergänzungsmitteln, bekommen man mehr Energie, eliminiert die belastenden Stoffe, die einen hindern, Einsichten zu gewinnen. Das war dann ein Hindernis in biochemischer Hinsicht, das auch eine emotionale Dissonanz erzeugte.  

Je mehr man Dinge eliminiert, umso bewusster wird man. Und je mehr man seinen eigenen Weg gehen kann, umso mehr kann man für sich selbst sorgen und sich selbst ‚reinigen’. Und dann erhält man eine andere Schwingung. 

Also du hilfst den Leuten weiter, damit sie besser für sich selbst sorgen können?

Das ist die Kunst: die Selbstheilungs- und Selbstregulierungskräfte des Menschen reaktivieren. Ich behandle Menschen, die zum Beispiel mit -100 zu mir kommen, und das Ziel ist es, sie auf 0 zu bringen. Das ist dann schon ein Break-even, und es ist sehr schön, wenn wir das erreichen können. Wenn ihnen dann später noch etwas passiert – denn das Leben geht ja weiter –, sind sie schon ziemlich gut in Balance. Ihr Körper ist dann schon so gut ‚selbstheilend’, dass sie mehr Kraft haben und weniger leicht durch externe Einflüsse umgehauen werden. Und auch intrinsische Einflüsse können sich dann viel weniger auswirken. Wenn dann externe Einflüsse auftreten, ist man nach einer kleinen Korrektur rasch wieder auf Kurs, und das ist schön. 

Fysiotherapie en causotherapieDu beschäftigst dich mit Bewegung, mit dem Körper. Was machst du anders als ein klassischer Physiotherapeut oder Krankengymnast? 

Zu allererst: Jeder ist in diesem Setting wichtig. Jeder hat seine eigene Methodik. Jeder hat seine eigene Stärke, um einem Patienten im größeren Ganzen zu helfen. Meiner Erfahrung nach bringt ein Physiotherapeut auf jeden Fall viel Mehrwert bei der schmerzlindernden Arbeit. Etwa durch korrekte Übungen, durch die Anregung der Durchblutung oder die Behandlung von Narbengewebe. Das sind auch alles energetische Komponenten. Menschen dazu zu bringen, sich bewusst zu bewegen, ist eine tolle Gabe. 

Ich lerne viele Patienten kennen, die 19 Serien Physiotherapie gehabt haben. Die haben auch viel daraus gelernt, um vielleicht mal eine andere Richtung einzuschlagen, um mal tiefer zu suchen. Wir behandeln auch funktionale Störungen, denn korrekt funktionieren zu können, ist unentbehrlich. Wir schauen uns die zugrunde liegenden Parameter an: warum ein Muskel zum Beispiel nicht aktiviert werden kann. Ist er belastet? Muskeln sind auch mit Organen verbunden. Organe und Muskeln haben Verbindungen zur Knochenstruktur. Also hat alles seine Mechanismen. Es ist interessant zu wissen, welche Ursache dem zugrunde liegt, warum die Übungen eventuell nicht klappen, oder warum kein Gleichgewicht entstehen kann. 

Ich denke, dass es vor allem eine sehr kooperative Gesellschaft ist. Aber mir scheint, dann immer noch jeder auf seiner einsamen Insel sitzt. 

Und das gefällt uns bei Energetica Natura auch nicht. Wir sehen uns gern das ganze Bild, den ganzen Lebensstil eines Menschen an. 

Und was auch wichtig ist: das ohne (Vor-)Urteil zu tun. Und auch dem Therapeuten die Chance zu geben, anders denken zu dürfen. Denn man wird ganz schnell niedergemacht, wenn man anders denkt. Was ist das eigentlich: anders denken? Vielleicht ist das einfach etwas Intuitives, für das man gemacht ist: an Dinge anders herangehen zu dürfen? 

Wie ich eben schon sagte: Menschen, die mal anders denken können müssen, oder über sich selbst anders reflektieren müssen, die kommen dann zu dir. Menschen, denen das nichts sagt, die werden nicht zu dir kommen.

Damit habe ich überhaupt keine Probleme. Das ist alles okay. Für mich als Causopractor, Therapeut und Mensch ist es wichtig, meinen Patient*innen ohne Urteil und Vorurteil zu begegnen. Wenn ich höre, dass Patient*innen manchmal von einem Therapeuten den Kopf gewaschen kriegen, finde ich das schade. Der Patient steht doch im Mittelpunkt, oder? Der Patient sucht Hilfe, und man kann doch nur Wissen weitergeben und sich aufrichtig mit dem Patienten beschäftigen.

Das finde ich sehr schön.

Und sich auch die Zeit nehmen. Ich finde es wichtig, den Patienten anzunehmen, ein Band zu knüpfen, und Liebe zu geben. Um aus Zuneigung und Geborgenheit heraus gemeinsam zu wachsen.

Du sprachst eben an, dass Ernährung eine wichtige Rolle spielt. Was meinst du damit genau? Welche Rolle spielt die Ernährung in dem, über das wir heute schon gesprochen haben? 

Es ist in der Tat wichtig, bei der Ernährung eine Balance zu finden. Es wurden schon viele Diäten verschrieben, von der Eiweißdiät über die Reduzierung von Kohlenhydraten bis zur verstärkten Einnahme gesunder Fette … Wenn wir hierüber sprechen, begeben wir uns schnell auf Glatteis, denn es gibt so viele Ausrichtungen …. Ich fange an, mich ein wenig davon zu distanzieren. Es kann äußerst interessant sein, gesunde Ernährung als Tool einzubeziehen. Und man kann dabei extreme Positionen einnehmen. Doch diese extreme Haltung kann auch Stressreize erzeugen.

Balans in het levenDas verliert man leicht die Balance.

Das stimmt, und für mich ist Gleichgewicht, Balance, ohne Druck, das, womit man sich selbst gut fühlt, sehr wichtig. Dann aber bewusst. Man kann mal einen Tag lang weniger essen, solange man sich nur bewusst ist, was man gegessen hat, und was man essen dürfte und könnte, und womit man sich am besten fühlt. 

Ich kann morgens mal nichts essen, und fühle mich gut dabei. Aber man muss einen Weg darin suchen. Wenn ich am Wochenende morgens Rad fahren will, kann nüchtern Radfahren mal interessant sein. Aber ich werde keine drei Stunden lang nüchtern Rad fahren. 

Wenn ich lange Touren fahre, versuche ich, mich gut vorzubereiten. Ich esse dann zum Beispiel Haferflocken und Blaubeeren mit Reismilch. So nehme ich doch ein paar Nährstoffe auf.  

Ich versuche immer, innerhalb meiner Struktur – auch gegenüber meinen Patient*innen – zu schauen: Was brauche ich an diesem Tag? Das ist wichtig, um zu feintunen. Man kann zwar eine Struktur verordnen, aber jeder Tag ist anders. Und jeder Mensch ist einzigartig. Heute machen wir vielleicht ganz viel Sport. Das ist ein Stressreiz. Also: Wie ernähren wir unseren Körper dann gut? Mehr Proteine, gesunde Fette … Am nächsten Tag machen wir weniger Sport und brauchen weniger Kohlenhydrate.

Stimmt es, dass es eine Kombination ist aus dem Wissen, was gesunde Ernährung sein sollte, und was man in seinem Körper spürt? Wahrscheinlich. Wenn man nüchtern ganz viel Rad fährt, spürt man auch, dass das nicht gut ist. Es ist also eine Kombination aus Wissen und Spüren?

Nüchtern Sport zu treiben, ist durchaus interessant, aber höchstens für eine halbe oder eine ganze Stunde. Andere Leute sagen vielleicht, dass das gesund ist oder gerade nicht. Ich sage weder noch, kann aber nur erzählen, was ich selbst schon erlebt habe, aus meinem eigenen Gefühl heraus. Jeder Mensch ist einzigartig, und jeder Tag ist einzigartig. Und der eine braucht 16 Stunden Fasten und 8 Stunden Essen. Der andere isst dreimal am Tag. Ich denke, dass es aber wichtig ist, da Ausgewogenheit zu finden, und dass da kein Stressreiz entsteht. Denn Stress hat auch Einfluss auf unser Immunsystem.

Der reinste Stressreiz, weil wir denken, dass wir nicht das Richtige tun?

Ganz genau. Also: Ausgewogenheit ist wichtig. Ernährung ist hochinteressant. Aber genügend Schlaf ebenso. Die Leute setzen die Ernährung an die erste Stelle, aber für mich ist der Schlaf sogar noch wichtiger. Das Immunsystem ist auch nachts aktiv, um den Körper regenerieren zu können. Wenn man sich dann beim Aufstehen physisch nicht gut fühlt, hat man vielleicht den Drang zu schlemmen. Und dann kann man zwar tolle Schemas verordnen. Aber wenn man sich dann nicht bewusst wird, dass man eigentlich mehr schlafen muss … 

Vielleicht, weil man den Schlaf weniger unter Kontrolle hat als die Ernährung?

Die ist vielleicht greifbarer. Das stimmt. Die Frage lautet daher, und das ist auch aus causopraktischer Sicht interessant: Angenommen, ich esse jeden Tag Schokolade. Das ist zwar lecker. Aber warum esse ich gerade diesen Zucker? Was steckt dahinter? Man kann zwar sagen: Keinen Zucker mehr essen, oder keine Schokolade mehr essen. Aber warum sollte man das nicht mehr tun? Welche Vorgeschichte steckt dahinter? Und dann kann man zwar vorschreiben, das nicht zu tun, und dann hält der Patient das vielleicht ein paar Wochen durch, fällt dann aber doch wieder in bestimmte Gewohnheiten zurück. 

Das ist die Kunst: herauszufinden, woran es liegt, wenn es nicht klappt, dieses Gleichgewicht zu erreichen. Man kann ganz tolle Schemas verschreiben, gute Übungen zeigen. Doch das Gleichgewicht, die Selbst-Bewusstwerdung und Selbstfürsorge liegen beim Patienten selbst. Erst wenn er sich dessen bewusst ist, kann er für sich selbst festlegen, was er in diesem Moment braucht. 

Also: Ernährung spielt eine ganz wichtige Rolle, sorgt für eine bestimmte Balance und ein Gleichgewicht? Setzt du manchmal auch Nahrungsergänzungsmittel bei Klient*innen ein? 

Auf alle Fälle empfehle ich Nahrungsergänzungsmittel. Hier gilt immer: Jeder ist einzigartig. Testen Sie am besten, was Sie derzeit brauchen. Es ist interessant, Nahrungsergänzungsmittel als Akutmaßnahme einzusetzen und hoch zu dosieren. Man kann etwa bei grippalen Beschwerden Vitamin C geben, und die Standarddosierung davon ist vielleicht 1 bis 2 Tabletten, aber diese Person braucht an diesem Tag 5 Tabletten. Mir ist es wichtig, Nahrungsergänzungsmittel als Akutmaßnahme und nicht unendlich lang einzusetzen. Auf lange Sicht gewöhnt sich der Körper daran, und es wird auch nicht aufgenommen.

Supplementen voor ondersteuning gezondheidMan sollte es gezielt einsetzen, nicht einfach nur so. 

Es ist die Kunst, sehr auf therapeutisches Wissen zu setzen, und dies mit Therapeuten zu verbinden, die das Know-how haben, eine Nahrungsergänzung zu empfehlen. Es ist wichtig, die Vorgeschichte eines Patienten zu kennen, denn man kann Nahrungsergänzungsmittel – zum Beispiel Mineralstoffe – einsetzen. Aber vielleicht sind diese Mineralstoffe zu diesem Zeitpunkt die Nahrungsquelle für Parasiten und Bakterien im Körper? Dann hat das also einen nachteiligen Effekt. Schlucken Sie also nicht einfach alles, sondern testen Sie es. Und vielleicht müssen Sie Ihr Inneres erstmal reinigen, bevor Sie die guten Stoffe aufnehmen können. Auch eine Entgiftung braucht ihre Zeit, und das klappt nicht im Nu. 

Das bedeutet dann, den Körper bei der Entgiftung (Verdauung) zu unterstützen, die er schon selber macht? 

Ganz genau. Und wann ist der Körper bereit zum Entgiften? Und es ist wichtig, das zu spüren und zu testen, was man in dem Moment braucht. Man kann 20 Tabletten am Tag schlucken, was viele auch tun, aber das ist gut für die Unternehmen, nicht für einen selbst. Ich denke, dass es schon reicht, die Schlüssel zum Erfolg mit maximal drei Akutmaßnahmen zu suchen. Dann kommen auch andere Schichten zum Vorschein, weil man die oberste Schicht entfernt. Und dann schrittweise. Der Körper braucht seine Zeit, und viele Leute möchten damit rasch umschalten und ihre Beschwerden direkt los sein. Das Wichtigste ist aber zu allererst: Ist man sich der Beschwerden bewusst? Noch dazu: Beschwerden bekommt man schneller, als man sie wieder loswird. Weil so viele Facetten mitspielen, die diese Beschwerden verursacht haben. Nahrungsergänzung ist aber unbedingt notwendig als Bestandteil des großen Ganzen.

Bevor wir zum Ende kommen: Hast du einige tolle praktische Tipps für unser Zuhörer*innen, damit ihr Bewegungsapparat optimal funktionieren kann, und sie Beschwerden vorbeugen können oder rasch reagieren können, wenn Beschwerden auftreten? 

  • Prävention ist wichtig. Es ist gut, sich regelmäßig durchchecken zu lassen, bei einem Osteopathen oder einem Causopractor – was Ihnen in dem Moment am besten erscheint. Angenommen, Sie gehen zu einem Causopractor. Dann erhalten Sie neue Erkenntnisse und können weiter einen neuen Weg beschreiten. 
  • Nehmen Sie sich Ihre Gesundheit zu Herzen. 
  • Schlafen Sie ausreichend. 
  • Achten Sie auf Ihr emotionales Wohlbefinden. 
  • Sorgen Sie für Stabilität, auch in Ihrem Familienleben. 
  • Genügend Bewegung ist wichtig. 30 Minuten pro Tag sind schon prima. 
  • Wenn Sie schrittweise kleine Dinge verändern, macht das auch schon einen großen Unterschied in Ihrem Alltag. Und jeder braucht seine Zeit und seinen Raum, um Dinge im Leben anzugehen. Die Kraft zu haben, um etwas anzugehen, ist wichtig, und sich zu trauen, Entscheidungen zu treffen, ist schön, sodass man neue Erkenntnisse gewinnt. 
  • Bewusstwerdung 
  • Innere Balance 
  • Einfachheit. Einfach man selbst sein dürfen. Einfachheit ist schon schwierig genug. Einfachheit in sich selbst und von dort, woher man kommt, welche Ziele man hat. Ohne Vorurteil seinen Weg gehen dürfen und sich trauen, Entscheidungen zu treffen. Und so wachsen Sie hoffentlich zu dem Menschen heran, der Sie sein möchten.